Donnerstag, 18. August 2005

Ein Bekenntnis

Ein Bekenntnis:
Ich lebe nicht gern.
Ich meine:
Eigentlich liebe ich sehr –
das Leben.

Unter Menschen
ich fühl´ mich
so schrecklich allein.
Wenn ich ganz still
mit mir selbst bin,
kann ich das Strahlen
verdunkelter Sonnen
erzwingen.

Mir macht diese Welt Angst.
Alle ächten den Krieg
und doch sehe ich sie
alle Weile lang kämpfen.

Ich lebe nicht gern.
Mitunter sich sämtlich
die Worte verkehren.
In ihren Himmel
wollen meine Träume
nicht einziehen.
Wo ich auch hinseh´ –
überall spiegeln die Augen
mir Sterben.

Mitunter ich weine sehr gern . . .
Doch über ihrer Art Pathos
kann ich nur lachen.

Ein Bekenntnis:
Ich liebe das Leben
und träume so gern.
Und übe mich heimlich
in den Künsten
des Sterbens . . .

Hier gibt es
kein wirkliches Meer –
bloß salzige Wüsten.

Ich lebe so gern.
Ich werd´s nicht bereuen,
von diesem zu scheiden.

Du und ich wissen,
daß es Größeres gibt.