Dienstag, 26. Februar 2019

Weg unser

Himmlischer Weg,
Du heilst alle Namen,
Dein Reich ist nahe.

Befreit von Eigenwillen
verschwimmen die Grenzen
zwischen oben und unten.

Von Dir empfängt unsere Seele
all ihre Nahrung.

Dein Licht löst alle Fesseln
und schenkt uns die Kraft
zur Vergebung.

Du führst uns in jeder Versuchung
und erleuchtest selbst den dunkelsten Pfad.

Denn Du bist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
für jetzt und alle Zeit.

@ ts 2017

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Verwirklichung

Ich bin auch so einer,
der sich sehr gerne in Worten,
in Philosophien
und Denkschulen
verliert.

Und manchmal denke ich,
daß erst auf dem Sterbebett
mich überkommen wird
dieses unsterbliche Lachen,
ein Moment des Erkennens,
wie mühelos Verwirklichung
gewesen doch wäre.

© ts 2017

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Querung des Flusses (2. Fassung)

Bei dem Versuch,
einen Fluß zu überqueren,
wäre Siddhartha Gautama
beinahe ertrunken.

Völlig erschöpft,
den Fluten entronnen,
fragte er sich:
Wie jemals das große
'Nichtswa(h)rmeer' erreichen,
wenn schon unmöglich zu queren
dies’ irdische Rinnsal.

Und er erkannte:
Keine Brücke,
keine Furt,
nicht ein Weg,
kein Tun,
kein Verlangen
würde ihn führen
hinüber.

Unter einem nahgelegenen Baum
setzte er sich nieder,
endlich bereit zu ertrinken,
zu entsinken
auf den Grund aller Gründe
hinab.

© ts 2017

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Buddham saranam gacchami

Ich lasse ab von einem jeden Kampf
und lege Dir,
von dem ich nicht weiß,
wer Du bist,
von dem ich nur sehe,
wie Du mich
und alles Seiende
so mühelos trägst
und nährst
und liebst,
meinen Geist
in Deine gütigen Hände.

Verfahre mit mir
wie Du beliebst
und nicht,
wie ich in meinem Geschlagensein,
meiner Blindheit,
mir dies wünsche.

Ich lasse ab von einem jeden Kampf
und nenne Dich,
von dem ich nichts weiß
und nichts wissen kann,
vertrauensvoll ‘Herr’,
beseelt von dem Wunsch,
daß Du mir mehr sein wirst,
als ein Vater es
je könnte.

Ich lasse ab und bereue
einen jeden noch so kleinen Kampf,
den ich in Deinem Garten
je geführt –

Nein,
ich suche keine Zuflucht in Dir,
vielmehr verhält es sich so,
daß ich strecke vor Dir
all meine Waffen.

Endlich bereit
zur letzten großen Kapitulation.
Bedingungslos ergeben.

Bereit, von Dir getilgt
und gänzlich ausgelöscht
zu werden.

Und ich weiß, Herr,
noch bin ich ein Ich
und Deiner kaum würdig.

Doch ich lausche, Herr,
ich lausche immerzu,
und allein dies schon
läßt meine Seele gesunden.

Buddham saranam gacchami.
Dhammam saranam gacchami.
Sangham saranam gacchami.

Mein Ich zu Deinen Füßen, Herr.
Mit der Stirne küssend den Weg,
auf dem das Leben fest gegründet.

Umfangen, gehalten,
von den Armen, den Herzen,
all meiner Schwestern
und Brüder.

© ts 2018

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